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Extra Momente 4|2012
In der Schuldenfalle

Eine dieser vielen glücklosen Gestalten, die in den letzten drei Dezennien des 15. Jahrhunderts in Basel in die Insolvenz gerieten, war der Säckler Jos Lindenmeier. 1470 noch hatte er hundert Gulden versteuert. Drei Jahre später war er insolvent. Seine Schulden hatten, wie der Eintrag im Verbotsbuch zeigt, das Ersparte vollständig aufgefressen. Die Formulierung „hinter“ besagt im Kontext der Verbote, wem die beschlagnahmten Güter in Obhut gegeben worden waren (in den so genannten „Sacharrest“). Frauen waren, wie der Eintrag zeigt, im Geldgeschäft genauso aktiv wie Männer.

Schuldbuch (Foto: Albert-Bauer-Archiv im Stadtarchiv Schramberg)
Schuldbuch (Foto: Albert-Bauer-Archiv im Stadtarchiv Schramberg)

[Transkription des Eintrags zu Lindenmeier, rechte Seite, Beginn im oberen Drittel]: 

Lindenmeigers gůt: Hans Byrin hatt verbotten hinder Elß Lindenmeigerin irs mans gůt fúr xxxv lib. Totum. Ludwig Zscheckapúrlin dasselb gůt fúr v lib xiij ß. Totum. Hanns Holl von Bern fúr iiij g minus j ort. Hans Mûnczer fúr v lib iiij ß. Die Tannhúserin fúr [der Betrag fehlt]. Hans Stehelin fúr xviiij ß. Die Wytolffin fúr viij ß. Henßlin Blorer fúr j lib. Die Brúnlerin fúr ij lib v ß. Caspar Oeschenbach fúr j lib. Ennelin von Louffen fúr ij g. Elsin Sußherrin fúr xxx ß. Hannß Malterer xiiij ß. Hans zem Busch v lib ij ß. Crista von Busch vj lib. Die Altenbachin iij lib xvj ß. Steffa Stein iij lib. <Diebolt zer Stralen von wegen Thoma Volmers von Straßburg fúr xviij g.> Steffa Beham fúr xvi lib vff rechnung. Matyß von Metz fúr iij g vij ß iiij d hatt Joachym gwalt geben. Haßman, der wyßgerwer, xvj ß viij d. Jtem Thoma Folmer von Strasburg x g, aber sy vnd Tanhuserin xxx g. Hannß Muner, der jung, dz selb güt fúr xiiij g x ß. Ludwig Smitt hatt verbotten hinder Stroewlin, was von Elß Lindenmeigerin hinder in komen vnd Agneß Ospernellin zůgehoerig. 


Ansicht von Moskau
Moskau (Foto: Landesarchiv Baden-Württemberg, HStaS J 56, Bü 4)

Selbstzeugnisse aus dem Russlandfeldzug Napoleons 1812

In Tagebüchern, Zeichnungen und anderen Schriften haben württembergische Kriegsteilnehmer ihre Erlebnisse in dem verheerenden Feldzug nach Moskau im Herbst 1812 verarbeitet. Einige dieser Quellen sind online zugänglich, etwa die über 600 handschriftlichen Seiten und mehr als 150 Aquarelle, auf denen Christian von Martens seine Erinnerungen festhielt. 

Die handschriftliche Reinschrift von Martens‘ Erinnerungen an den Feldzug von 1812 mit den vielen beigebundenen Illustrationen könnten Sie als Büschel 4 und 5 hier anschauen. 

Ein Online-Findbuch zum gesamten  Nachlass Christian von Martens (1793-1882) finden Sie hier.  

Über den Nachlass Martens‘ hinaus sind im Hauptstaatsarchiv Stuttgart umfangreiche Bestände zum Krieg des Jahres 1812 gegen Russland überliefert. Die wichtigsten Fonds finden sich in der Bestandserie E in den Akten des württembergischen Kriegsministeriums, unter den Nummern E270a – E299). Diese Unterlagen sind komplett durch Online-Findbücher erschlossen, die Sie hier anschauen können.

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