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Kleine Spürnasen sorgen für Jugendbeteiligung

Staatsanzeiger: Ausgabe 1/2017
Von: Durlacher, Mike 

Projekt 51: Rielasingen-Worblingen Kategorie 2

In Rielasingen-Worblingen sind jedes Jahr Drittklässler unterwegs und machen Vorschläge, was vielleicht verbessert werden könnte. Hervorgegangen ist das Projekt aus der Zukunftswerkstatt, die sich im vergangenen Jahr mit der Integration von Flüchtlingen beschäftigt hat. Rielasingen-Worblingen. Kleine Gruppen von Kindern, ausgestattet mit Zettel und Stift, wuseln durch das Dorf, machen sich Notizen, tuscheln und gestikulieren. Manchmal bleiben sie stehen, um sich mit Erwachsenen zu unterhalten. Dieses Bild bekam man zu Gesicht, wenn man am 14. und 15. Oktober vergangenen Jahres durch Rielasingen-Worblingen spazierte. Bei den Kindern handelte es sich um die ersten Ortsteildetektive, die im Rahmen einer Aktion des Kinder- und Jugendförderteams der Gemeinde Rielasingen-Worblingen (Kreis Konstanz) unterwegs waren.
Flüchtlingsdialog wurde vom Kinder- und Jugendteam organisiert
Teilgenommen haben alle dritten Klassen der Dreiergemeinde Rielasingen, Worblingen und Arlen. „Letztes Jahr hat die Hebelschule in Arlen begonnen, dieses Jahr ist es die Scheffelschule aus Rielasingen und nächstes Jahr die Hardbergschule aus Worblingen“, erklärt Tanja Harder, Leiterin des Kinder- und Jugendförderteams der Gemeinde. „An zwei Tagen im Jahr gehen die Schüler in kleinen Gruppen mit Erwachsenen durch die Ortsteile und schauen sich um. Was gefällt? Was kann man aus ihrer Sicht verbessern?“, so Harder. Mit Fragen bereiten sich die Kinder in den Klassen vor, die Ergebnisse werden dann im Gemeinderat vorgestellt. Auch die Flüchtlingskinder der jeweiligen Klassen sind an der Aktion beteiligt. „Generell versucht die Gemeinde die Jugendlichen zu Wort kommen zu lassen, das schließt die Flüchtlingskinder natürlich mit ein“, so Harder. Ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Integration ist der kommunale Flüchtlingsdialog. Das Projekt, das vom Land unterstützt wird, fand am 10. November statt und bot den Bürgern der Gemeinde die Möglichkeit, mit Vertretern der kommunalen Institutionen ins Gespräch zu kommen. Organisiert vom Kinder- und Jugendförderteam, unterstützt von Martin Müller vom Städtetag und Martin Schwarz von der Führungsakademie, war das Thema die Integration von Flüchtlingen. Neben der Wohnraumfrage war auch die Integration beim Lernen, in der Arbeitswelt und dem generellen Zusammenleben Thema. Aufbauen konnte der Dialog auf bereits vorhandene Strukturen: „Die Zukunftswerkstatt wurde 2008 gegründet und hat das Ziel, alle Personen und Institutionen, also Kinder und Familien, Haupt- und Ehrenamtliche, an einem Tisch zusammenzubringen“, so Catia Di Fiorei, Jugendreferentin der Gemeinde. Jedes Jahr stehe die Zukunftswerkstatt unter einer anderen Überschrift, beschreibt sie. „Im Oktober letzten Jahres hatten wir das Thema Kinder- und Jugendbeteiligung in Rielasingen-Worblingen, dieses Jahr ist das Thema die Integration von Flüchtlingen“, sagt sie.
Jugendforum und Ortsteildetektive aus Zukunftswerkstatt entwickelt
Aus eben dieser Zukunftswerkstatt hat sich auch das Jugendforum gegründet, zu dem auch die eingangs erwähnten Ortsteildetektive gehören. Außerdem wurde eine Online-Umfrage gestartet, die sich an alle 14- bis 18-Jährigen richtete und zehn Hauptfragen stellte. „Fragen waren unter anderem, wie wohl sich die Jugendlichen fühlen und was für Wünsche sie haben“, erläutert Di Fiorei. Im März 2015 hat sich aus diesem Forum heraus der Jugendrat gegründet, der sich für die Wünsche und Belange der Jugendlichen in der Gemeinde einsetzt. „Jeder Jugendliche, der sich für die Verbesserung der Angebote in der Gemeinde und die Wünsche der Jugendlichen aktiv engagieren möchte, ist hier herzlich willkommen“, sagt die Leiterin des Kinder- und Jugendförderteams. Und so ziehen die Kinder und Jugendlichen weiter durch das Dorf, um zu erfragen, wie man die Gemeinde und das Leben darin besser gestalten kann, egal woher sie kommen.

Übersicht der Leuchttürme der Bürgerbeteiligung
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