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Das Nähcafé in Aalen ist ein beliebter Treffpunkt

Staatsanzeiger: Ausgabe 4/2017
Von: Kampe, Tanja 

Projekt 58: Aalen Kategorie 5

Seit Februar 2016 gibt es in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Aalen ein Nähcafé. Dort treffen sich alle 14 Tage Bewohner und Ehrenamtliche, um gemeinsam zu nähen und sich auszutauschen. Entstanden ist der Treffpunkt, der auch eine Kontaktbörse ist, auf Initiative des Vereins Kulturküche Aalen. Aalen. Das Nähcafé im Erdgeschoss der Flüchtlingsunterkunft ist ein kleiner Raum am Ende des Flurs. Am Schwarzen Brett sind Öffnungszeiten vermerkt, „Heute geöffnet“ prangt an Näh-Tagen zusätzlich an der Infotafel. Das Café ist eine Initiative der Kulturküche Aalen e.V. Alle 14 Tage treffen sich dort (ehemalige) Flüchtlinge der Region und Ehrenamtliche, um zu nähen und sich auszutauschen. Vor allem Frauen werden beim Nähen angeleitet. Sie sollen bei einer möglichen Rückkehr in ihr Heimatland durch ihre Fertigkeit im Nähen eine Möglichkeit haben, etwas zum Familienunterhalt beizutragen. In dem etwa 18 Quadratmeter großen Zimmer dienen zwei Schränke als Stofflager, auf der großen Tischfläche stehen vier Nähmaschinen. Es gibt ein Bügelbrett, Regale mit Nähzubehör, eine Overlock-Maschine, die kleine Küchenzeile und eine gemütliche Sofagarnitur. „Das wurde alles gespendet,“ erzählt Brunhilde „Bruni“ Jäger, die gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Helferinnen den Raum eingerichtet hat.
Austausch erfolgt meist nonverbal, funktioniert aber gut
Alle zwei Wochen öffnet das Nähcafé Mittwoch und Donnerstag nachmittags für etwa zwei bis drei Stunden. Unterstützt von ehrenamtlichen Helferinnen können Bewohnerinnen und Bewohner von Flüchtlingsunterkünften in und um Aalen Kleidungsstücke abändern, Flickarbeiten erledigen oder Neues nähen und nebenbei ein bisschen Deutsch lernen. Der Raum füllt sich. Die Frauen wissen, wo Stoffe und Zubehör sind. Wenn es schwierig wird, stehen die ehrenamtlichen passionierten Hobbyschneiderinnen mit Rat und Tat zur Seite. Zugegeben, die Kommunikation gestaltet sich manchmal schwierig. Nur eine der Ehrenamtlichen spricht arabisch und nur wenige Flüchtlingsfrauen sprechen Englisch oder ein paar erste Brocken Deutsch. Doch der Austausch mit Gesten und Mimik funktioniert.
Es gibt einen eigenen Männertag, der regen Zuspruch findet
Eine der Frauen beeindruckt alle: Ohne Schnittvorlage schneidet sie zwischen zwei Nähmaschinen altrosa Stoffstücke zu, näht die einzelnen Teile zusammen und hält nach rund einer Stunde ein fertiges Kleid in ihren Händen. „Niemals würde ich das bei so einem fließenden Stoff ohne Vorlage und Abstecken machen,“ gesteht Ursula Lingel, die bereits seit Jahren eigene Kollektionen näht. „Aber sie kann’s wirklich!“, da sind sich alle einig. Es gibt einige Frauen, die mit ihren Nähkünsten beeindrucken, „aber noch besser schneidern die Männer“, weiß Bruni Jäger. Mitte November gab’s zum ersten Mal einen Männertag im Nähcafé. „In vielen Ländern, aus denen die Flüchtlinge kommen, ist Schneider vor allem ein Männerberuf. Deshalb kam unser Männer-Nähcafé richtig gut an.“ Die Trennung zwischen Männern und Frauen hat einen Grund.
Nähcafe ist auch sozialer Treffpunkt und Kontaktbörse
Denn, so erläutert Bruni Jäger: „Sind die Frauen unter sich, legen sie ihr Kopftuch auch ab oder probieren ein selbst genähtes Kleidungsstück schnell mal an. Das würden sie nicht tun, wenn Männer mit im Raum sind.“ Im Raum ist ein stetiges Kommen und Gehen. Man plaudert miteinander, trinkt Kaffee oder Tee. „Es sind gute Kontakte entstanden und es ist schön, dass das Nähcafé so viel Zuspruch erfährt!“
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Weitere Informationen zum Nähcafé in Aalen finden Sie unter: rwww.kulturkueche-aalen.de

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