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Eine kleine Gemeinde bringt Großes zuwege

Staatsanzeiger: Ausgabe 12/2017
Von: Heiland, Simone 

Kategorie 1

In der kleinen Gemeinde Loffenau war die Hilfsbereitschaft groß, als zehn Familien für eine Anschlussunterbringung untergebracht wurden. Schnell bildete sich ein großer Arbeitskreis, der vor allem Hilfe zur Selbsthilfe geben will.

Loffenau. Es ist ein Dienstagvormittag in Loffenau (Kreis Rastatt), und gerade findet der Sprachkurs für Frauen statt. Sechs Frauen haben sich in einem Raum des Seniorenwohnheims eingefunden und üben. Ehrenamtlich aktive Bürger aus Loffenau helfen dabei. In der Schwarzwaldgemeinde hat sich durch den Arbeitskreis Integration eine vielfältige Form der Unterstützungskultur entwickelt, um den neuen Mitbürgern beim Einstieg in ihr neues Leben behilflich zu sein.

Flüchtlinge kommen aus Syrien, Afghanistan, Libanon und dem Irak

Mit 2500 Einwohnern gehört Loffenau zu den kleineren Gemeinden im Land; gleichwohl wird auch hier sehr viel getan, was das Thema Integration angeht. Im vergangenen Herbst lebten zehn Familien in der Anschlussunterbringung. „Wir haben uns für eine dezentrale Unterbringung entschieden“, berichtet Daniela Tamba, stellvertretende Hauptamtsleiterin der Gemeinde. Im alten Ortskern sei das eine oder andere Haus leer gestanden; diese seien aufgekauft und renoviert worden, um die Flüchtlinge, die zumeist aus Syrien, Afghanistan, Libanon, Irak und Tschetschenien kommen, aufnehmen zu können.

30 bis 40 Loffenauer engagieren sich ehrenamtlich

Im November 2015 startete der Arbeitskreis offiziell mit seiner Tätigkeit. „Wir haben die Auftaktveranstaltung im Amtsblatt ausgeschrieben und haben bei diesem Treffen Ideen gesammelt, was man alles tun könnte“, so Tamba. 30 bis 40 Personen engagieren sich ehrenamtlich und setzen in der kleinen Gemeinde viele Ideen um.

Zum Beispiel beim Sprachtraining. Es findet gleich zwei Mal statt: Dienstagvormittags und Mittwochabends. „Das ist sozusagen ein Frau-zu-Frau-Unterricht“, betont die Verwaltungsmitarbeiterin mit Verweis auf die zum Teil doch sehr unterschiedlichen Sprachkenntnisse der Flüchtlinge.

Auch für Männer gibt es eine Gruppe. Sie trifft sich alle drei Wochen. Und alle sechs Wochen wird ein Begegnungscafé organisiert. Da kommen Einheimische und Flüchtlinge dann beim Kaffee zusammen. Für Kinder wird Nachhilfe organisiert, der Besuch in den regulären Klassen der Grundschule ist schon sehr gut angelaufen. Teilweise besuchen die Kinder auch den örtlichen Hort.

Orientierung im Supermarkt und bei der Mülltrennung

Quasi um das Alltägliche geht es bei Traudl Bühringer. Die Loffenauerin hat Patenschaften übernommen. Wie macht man das mit dem Nachsendeantrag für Post? Wie funktioniert das in Deutschland eigentlich mit der Mülltrennung, oder wie findet man sich im Supermarkt zurecht? „Dafür haben wir auch eine Whatsapp-Gruppe eingerichtet“, erzählt die ehrenamtlich Engagierte.

Auch ein Kleiderbasar wurde in der Gemeinde schon organisiert, der Falafel-Stand einiger Flüchtlinge beim Dorffest „kam super an“, erzählt Daniela Tamba. Und Anita Schreiweis, die die Hausaufgabenhilfe für Schulkinder organisiert, sagt: „Was wir hier machen, ist Hilfe zur Selbsthilfe, irgendwann werden es die Kinder alleine schaffen, das ist mein Ziel“.


Übersicht der Leuchttürme der Bürgerbeteiligung
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