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Der Traum vom Fliegen in eine andere Zeit

Staatsanzeiger: Ausgabe 50/2018
Von: Wieland, Andrea 

Ulm

„Es gibt Besucher, die stürzen sich durch die Wolken, rasen durch die Gassen und legen sich in die Kurven. Und es gibt die Zaghaften“, erklärt Projektleiterin Jana Leutenegger der Reporterin nach ihrem ersten Flug mit der Virtual-Reality-Experience „Der Traum vom Fliegen“. Ein Traum, der begeistert. Ulm. Leicht taumelnd und mit schweißnassen Händen nickt die Reporterin. Einsichtig ordnet sie sich gedanklich in die Gruppe der Zaghaften ein. Trotzdem: Sich wie ein Vogel zu bewegen und Ulm nicht nur von oben, sondern auch zeitversetzt im Jahr 1890 zu erleben, ist schon faszinierend. Verrückt, wie viel man als Ulmerin wiedererkennt. Aber kollidiert man mit einem der täuschend echt aussehenden Gebäude, zeigt die Brille einen schwarzen Bildschirm mit weißen Sternen an. Der Magen fühlt sich an, als würde man tatsächlich gerade Sternchen sehen. Weiter zur Donau. Hier ist weniger los. Man hört Vögel zwitschern, das Wasser rauschen und man spürt sogar den Wind im Gesicht. Hier war es wenig bebaut damals. Und trotzdem: Die Reporterin landet in einem riesigen Bauernhaus.
Schulklassen dürfen sogar umsonst fliegen
Schwarzer Bildschirm, Sterne, ja, das kennt man ja schon. Und trotzdem versteht man jetzt, warum „Der Traum vom Fliegen“ einen „richtigen Boom“ ausgelöst hat, wie Jana Leutenegger erzählt. Seit Juli 2017 gibt es den Flugsimulator mitten in der Ulmer Innenstadt. Ursprünglich sollte am 30. Juni 2018 Schluss sein, dann wurde noch bis 5. Januar 2019 verlängert. Und da Schulklassen umsonst fliegen dürfen, sieht man hier fast täglich Gruppen. Schön, dass der Vorraum so gestaltet ist, dass man sich hier gerne aufhält und die Infotexte über Ulm an den Wänden lesen kann. Hier stehen auch die Bedingungen für den Flug: Mindestens 1.40 Meter groß muss man sein und nicht schwerer als 150 Kilo.
Der älteste Teilnehmer war bei seinem Flug 88 Jahre alt
Eine Altersbegrenzung gibt es nicht: Der älteste Teilnehmer war bei seinem Flug 88 Jahre alt. Auch wenn hier meist viel los ist, lassen sich Leutenegger und ihr Team immer wieder etwas Neues einfallen. Etwa ein Gewinnspiel auf Facebook, für das die Auszubildenden loszogen und Details in der Ulmer Innenstadt fotografierten. Wer den Ort erkannte, gewann einen Freiflug. Zu „Ulm Stories“ gehört nicht nur der Ganzkörper-Flugsimulator Birdly, sondern auch eine App, mit der man das Münster neu erleben kann. Glücklich darüber, dass die Füße wieder den Boden berühren, will die Reporterin das gleich mal ausprobieren. Über einen Barcode kann man die App „Stimmen des Münsters“ im Vorraum des Flugsimulators herunterladen. Hinter all diesen Ideen steckt die Interactive Media Foundation. Sie ist der „kreative Kopf“, erläutert Leutenegger. Alles entstand aus der Zusammenarbeit mit dem Projektbüro, der Stadt Ulm und der Münstergemeinde. Dazu gehört auch die Veranstaltung „Resonanzen“, die einmalig im Juli 2017 stattfand. Begleitet von einer Band wurde das Münster in eine audiovisuelle Videolandschaft verwandelt. Es ist schade, dass man das nicht noch ausprobieren kann. Hätte der Schneider von Ulm das noch erlebt! Der mutige, verhöhnte Mann, der 1811 bei seinem Flugversuch die Donau fiel. Sein Traum vom Fliegen – er lebt. Die Spötter haben nicht Recht behalten.

     

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