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Wie Digitalisierung mit wenig Geld genutzt werden kann

Staatsanzeiger: Ausgabe 3/2019
Von: Heiland, Simone 

Markdorf

Der CKD-Kleiderladen der Seelsorgeeinheit Markdorf ist in den knapp drei Jahren seines Bestehens zu einem wichtigen Treffpunkt für Menschen aller Couleur geworden. Man kann dort gegen eine Spende Gebrauchtes erhalten und der Einsamkeit entfliehen. MARKDORF. Seit 2016 gibt es den CKD-Kleiderladen in Markdorf am Bodensee; CKD steht für Caritas-Konferenzen Deutschlands. Das Konzept ist einfach und nachhaltig. Jeder Bürger kann dort gebrauchte Kleidung abgeben: Damen- und Herrenbekleidung, Schuhe, Freizeit- und Sportbekleidung, Handtücher, Bettwäsche, Schuhe, Handtaschen oder Schmuck. Einzige Bedingung: Die Ware muss einwandfrei und sauber sein. Zum Kundenkreis zählen Rentner, Hartz-IV-Empfänger, Migranten, Alleinerziehende mit geringem Einkommen, Hilfsbedürftige und alle, die die Umwelt schonen wollen. Für die Organisatorinnen Evi Gräble-Kopp und Gerda Dilger war es wichtig, mit dem Kleiderladen auch eine Begegnungsstätte für Menschen zu schaffen, die einsam sind. „Zu uns kann jeder kommen“, sagt Gerda Dilger.
Bis zu 150 Kilo an Kleiderspenden pro Woche im Laden abgegeben
Zwei Bermatinger und 15 Markdorfer helfen derzeit im Kleiderladen mit, darunter drei Frauen aus Syrien – alle sind ehrenamtlich tätig und mit viel Herzblut und Engagement. Mut zu machen, ein Stückchen Lebenshilfe zu geben, Menschen für einen Moment aus der Einsamkeit zu holen, das hat sich das Kleiderladen-Team auf die Fahnen geschrieben. Wie gut das funktioniert, beweist sich täglich neu. Bis zu 150 Kilo an Kleiderspenden werden pro Woche abgegeben. Und die Kunden nehmen das Angebot des Kleiderladens dankbar an. Manch einer spendet nicht nur Kleider, sondern auch Geld. Was nicht für die Weitergabe verwendet werden kann, holen ehrenamtliche Helfer der Markdorfer Segelfliegergruppe, und ein Großhändler holt diese ab. Ware, die nicht im Kleiderladen weg geht, aber noch gut tragbar ist, wird an die Aktion Hoffnung der Diözese Rottenburg-Stuttgart weitergereicht. Was dort erlöst wird, geht an Entwicklungsprojekte in aller Welt. Die Organisatorinnen sehen ihr Projekt auch als einen wichtigen ökologischen Beitrag: Weg von der Wegwerfgesellschaft, hin zu mehr Achtsamkeit – im Umgang miteinander, aber auch mit Blick auf die Ressourcen, die der Menschheit zur Verfügung stehen und sich langsam erschöpfen.
Im Spagat zwischen Nachhaltigkeit und Fortschritt
Auch die Digitalisierung ist ein Thema. Noch ist im Laden allerdings kein Laptop oder PC installiert. Protokolle schreiben, Statistiken erstellen, die gesamte Korrespondenz erledigen, aber auch Öffentlichkeits- und Pressearbeit, Bildpräsentationen vorbereiten – das und vieles mehr wird von zu Haus aus erledigt. Denn die Kosten sollen so gering wie möglich sein, da sie nicht erstattet werden. Bekannte, Freunde oder Verwandte springen ein, wenn im Laden kleine Reparaturen nötig werden. Derzeit ist das Smartphone das wichtigste Hilfsmittel, um gegenseitig in Kontakt zu bleiben und sich kurzfristig abzusprechen. Doch selbst ein Smartphone kann sich nicht jeder der ehrenamtlichen Helfer leisten. Der Kleiderladen liegt gut erreichbar in zentraler Lage. Auf den 110 Quadratmetern finden auch Projektvorstellungen statt. Geöffnet ist dienstags und donnerstags, jeweils von 10 bis 18 Uhr.

     

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