STUTTGART. 1,2 Millionen zusätzlicher Wohnungen könnten in Wachstumsregionen in Deutschland durch Dachaufstockungen und Dachausbauten geschaffen werden. Davon geht Karsten Tichelmann, Leiter des Fachgebiets Tragwerksentwicklung am Fachbereich Architektur der TU Darmstadt, aus. Die FDP im Bundestag will diese Potentiale erschließen. Sie fordert dafür eine Anpassung der Landesbauordnungen und weiterer landesrechtlicher Vorgaben. Sie wollen dazu Gespräche im Rahmen der Bauministerkonferenz forcieren.
Schon 2016 haben Forscher des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) festgestellt, dass Dachausbauten und Dachaufstockungen die Ausweitung des Wohnungsangebots vor allem im mittleren und höheren Preisspektrum unterstützen könnten. "Ein Teil der städtebaulichen Nachverdichtungen im Bestand lässt sich über Dachausbauten und Dachaufstockungen realisieren", so die Experten. Diese Maßnahmen hätten den Vorteil, dass neuer Wohnraum geschaffen wird und gleichzeitig keine neuen Flächen in Anspruch genommen würden.
Die BBSR-Forscher stellen aber auch fest, dass für den Ausbau von Dächern ordnungsrechtliche Hindernisse beseitigt werden müssten. Dabei wenden sie sich auch an kommunale Entscheider. Diese müssten ihre gesellschaftliche Verantwortung zur Schaffung neuen Wohnraums gezielt wahrnehmen, ihre planerischen Ermessensspielräume nutzen und kostentreibende Auflagen reduzieren.
Die deutsche Fertigbau-Branche begrüßt den FDP-Vorstoß. "Gerade in den Metropolregionen mit angespannter Wohnraumsituation könnte durch Dachaufstockungen in Holzfertigbauweise schnell und ohne neuen Flächenverbrauch dringend benötigter neuer Wohnraum geschaffen werden. Bürokratische Hürden im Baurecht sollten daher abgebaut werden", sagte Georg Lange, Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF).
Den FDP-Antrag "Nachhaltig bauen - Technologieoffenheit stärken - Bezahlbar wohnen" (Drucksache 19/26178) finden Sie unter: https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/261/1926178.pdf
Die Studie von Karsten Tichelmann, Leiter des Fachgebiets Tragwerksentwicklung am Fachbereich Architektur der TU Darmstadt unter: https://www.architektur.tu-darmstadt.de/fachbereich_architektur/aktuelles_fachbereich/news_archiv/news_2019/news_2019_detail_94080.de.jsp
Studierende der Hochschulen für öffentliche Verwaltung Kehl und Ludwigsburg berichten über ihr Praktikum im Rahmen des Praxisjahrs im Vertiefungsschwerpunkt Kommunalpolitik/ Führung im öffentlichen Sektor beim Staatsanzeiger.
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