Tourismus als bedeutender Wirtschaftsfaktor gewürdigt

15.02.2012 
Redaktion
 

Stuttgart. Der Tourismus in Baden-Württemberg wird als wichtiger Wirtschaftsfaktor und Besuchermagnet von den im Landtag vertretenen Parteien geschätzt. In der von der SPD-Fraktion beantragten Debatte begrüßten alle Fraktionen die Umsiedelung des Bereichs Tourismus vom Wirtschaftsministerium ins Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Auch Minister Alexander Bonde (Grüne) bezeichnete dies als «richtigen Schritt» und verwies dabei auf Synergieeffekte.

Aus Sicht von Bonde ist der Tourismus ein bedeutender Faktor, nicht nur für die Gastgeber und Gäste: Mit einem Anteil tourismusabhängig Erwerbstätiger von 5,1 Prozent an den insgesamt Erwerbstätigen sei er von erheblicher wirtschafts-, arbeitsmarkt- und strukturpolitischer Bedeutung. Er biete 280 000 an den Standort gebundene Arbeitsplätze. Insbesondere in den überwiegend ländlich geprägten Heilbädern und Kurorten biete der Tourismus eine wichtige regional und strukturpolitische Aufgabe, lenke kaufkräftige Nachfrage in strukturschwächere Regionen und führe zu einer Stärkung der dortigen Wirtschaftskraft, erklärte der Minister.

Hans-Peter Storz (SPD) begrüßte die Aufwärtsentwicklung und das breite Angebot der Touristenangebote zwischen Main und Bodensee. Um im Wettbewerb mit anderen Konkurrenten bestehen zu können, habe die Regierung die Mittel für die Tourismus Marketing (TMBW) um eine halbe Million Euro erhöht. «Damit werden hauptsächlich Social Media und Auslandswerbung finanziert», sagte Storz. Er sprach sich dafür aus, den Tourismus nachhaltig auszurichten und breite Angebote anzubieten.

Aus Sicht von Patrick Rapp (CDU) muss die Vielfältigkeit erhalten und ausgebaut werden. Dazu zählen für ihn auch der sanfte Tourismus sowie die Förderung von Projekten im Ländlichen Raum. Ausdrücklich lobte Rapp die Arbeit des Branchenverbandes DEHOGA, der «schon weiter sei als die Landesregierung». Kritik äußerte er an der fehlenden Infrastruktur; gerade Straßen und andere Verkehrswege würden sich positiv auf den Tourismus auswirken.

Dem widersprach Reinhold Pix (Grüne) vehement. Die CDU gehe von «alt gebackenem Tourismus» aus. Der Neubau von Straßen führe in die Sackgasse, warnte der Winzer vom Kaiserstuhl. «Familien fahren heute nicht unbedingt mit dem Auto in Urlaub, sondern nutzen Bahn, ÖPNV oder das Fahrrad», berichtete Pix vom veränderten Verhalten. Er forderte, die ländlichen Räume nicht ausbluten zu lassen. Außerdem kritisierte er Eingriffe in die Natur wie die Schneekanonen auf dem Feldberg.

«Wir haben erfolgreichen Tourismus nicht erst seit dem 27. März 2011», sagte Friedrich Bullinger (FDP) und reklamierte den Zuwachs im Tourismus auch für die Vorgängerregierung. Tourismus sei der wichtigste Faktor im Dienstleistungsbereich im Südwesten. Er erwarte, dass die Aufgaben und Projekte noch stärker gebündelt werden. Aufholbedarf sieht der frühere Ministerialdirektor im Wirtschaftsministerium bei den ausländischen Gästen. Auch auf internationalen Messen müsse noch mehr für Urlaube und Aufenthalte in Baden-Württemberg geworben werden. Schöne Dörfer, gute Gastronomie, intakte Landschaften und interessante Städte seien die Magneten für den Tourismus.

Minister Bonde sieht noch erhebliche unausgeschöpfte Potenziale. Dazu zählt er auch den von ihm forcierten Nationalpark im Nordschwarzwald, der allerdings in der Bevölkerung umstritten ist. «Naturschutzgebiete oder das Biosphärengebiet geben wichtige Impulse», glaubt Bonde. Mit Naturerlebnissen sei Baden-Württemberg gut ausgestattet, ebenso mit einer reichhaltigen Kulturlandschaft und gastronomischen Angeboten. Der Minister kündigte an, die regionalen Unterschiede im Tourismus auszugleichen; so seien Südschwarzwald, Bodensee und Schwäbisch Alb gut aufgestellt, während der Nordschwarzwald und andere Regionen unter dem Durchschnitt liegen. Auch der Städtetourismus habe zugelegt.


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